Wahrnehmung 

Ich möchte an dieser Stelle darüber berichten, was sich mit ein bisschen gesteigerter Wahrnehmung in der Realität des Alltags ändern kann. Heute morgen beim Frühstück in Hamburg stolperte ich über folgenden Satz: „Deine Wahrnehmung ist deine Realität“. Ich dachte drüber nach und überlegte, ob ich es auf eine objektive Betrachtung ohne Vorurteile oder auf eine gesteigerte Aufmerksamkeit übertragen könnte, um Möglichkeiten und Chancen zu erkennen. Im nächsten Moment fiel mir eine Werbekampagne auf einem Nutella-Glas auf, welche durch Zufall in den vergangenen Monaten einiges an Veränderung in meinen Tag gebracht hat.


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Mitte Juli 2015 fuhr ich wieder mit der Bahn nach Hamburg und sollte in Dortmund umsteigen. Mein Anschlusszug fiel allerdings aus und so hatte ich eine Stunde mehr Zeit am Bahnhof, als ursprünglich geplant. Vorsichtshalber buchte ich mir im DB-Reisezentrum eine Sitzplatzreservierung, um später nicht in einem völlig überfüllten Zug stehen zu müssen. Zu guter Letzt fragte ich die sehr freundliche Mitarbeiterin, ob es hier am Bahnhof eine DB-Lounge gibt, in der ich etwas arbeiten könne. Die Antwort fiel leider negativ aus, aber man bot mir einen Platz im Reisezentrum an und nannte mir auch die nächste Steckdose (jaja, immer diese Laptop-Heinis, aber ich war nicht alleine – neben mir saß noch einer). Ich fing also an zu arbeiten, führte ein paar kürzere Telefonate, hämmerte in die Tastatur, hatte aber trotzdem immer einen Sinn für mein Umfeld.

Nach einigen Minuten kam ein Inder in das Reisezentrum. In seinen Händen hielt er, fast schon triumphierend, ein volles Glas Nutella. Entschlossen trat er zum Schalter, stellte 1000 Gramm unberührte Nuss-Nougat-Creme auf den Tresen und machte deutlich, dass er die aktuelle Werbeaktion mit gratis BahnCard gerne wahrnehmen möchte. An dieser Stelle sei gesagt, dass dazu der Coupon im Deckel gereicht hätte. Ein beherztes Lachen unter den Mitarbeitern und den wartenden Reisegästen ging durch das Reisezentrum, die dieses Ereignis mit mir beobachtet hatten. Auch mein Sitznachbar blickte rüber und wir grinsten uns amüsiert an.

Kurz darauf waren wir im Gespräch. Wir sprachen über das freundliche Personal und unsere heutigen Reiseziele. Auch er musste nach Hamburg. Ich gab ihm noch den Rat, dass er sich besser auch einen Sitzplatz reserviert, um im vermutlich überfüllten Zug nicht stehen zu müssen. Wie es der Zufall so will, saßen wir tatsächlich später beide am Gang nebeneinander.

Die restlichen drei Stunden vergingen recht flott. Wir haben uns die ganze Fahrt über sehr gut unterhalten. Es stellte sich letztendlich raus, dass auch er einen Kontakt in Aachen hat, den ich über meine Mitgliedschaft im Marketingclub eigentlich kennen müsste, woraus sich nach einem späteren, gemeinsamen Frühstück in Aachen ein zweiter Kontakt entwickelte. Heute, nach gut einem halben Jahr, ist ein guter Zeitpunkt um einmal zusammenzufassen, was sich in der Zwischenzeit durch diesen einen Moment im Reisezentrum am Dortmunder Hauptbahnhof alles ergeben hat.

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Aus dieser zufälligen Begegnung entwickelte sich ein Freund und Kunde, für den wir mittlerweile sogar eine DVD und eine Webseite produziert haben, noch dazu Visitenkarten für seine Frau, einen Video-Teaser und ein überarbeitetes Logo für eine seiner anderen Firmen und andere Arbeiten sind auch schon in Planung. Wir hielten viele interessante Unterhaltungen, die mich in meiner Denkweise und in meinem Vorhaben weitergebracht haben. Zu guter Letzt werden wir zukünftig vermutlich sogar Büronachbarn in Hamburg werden.

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Ein Blick hinter die Kulissen der DVD-Produktion in Hamburg

All das entstand durch etwas Aufmerksamkeit, die ich dem Geschehen am Bahnhof widmete. Ich hätte genau so gut griesgrämig in meinen Laptop starren können, mich über die Situation nicht amüsieren und schlecht gelaunt in Hamburg ankommen können, aber ich entschied mich dagegen.

Und dann gibt es noch den zweiten daraus entstandenen Kontakt in Aachen, der mir ständig auf verschiedenen Veranstaltungen neue Menschen aus seinem Umfeld vorstellt (worüber ich mich sehr freue), über den ich letztendlich im Karnevalsverein gelandet bin und für den wir gerade auch schon ein kleineres Videoprojekt planen.

Manchmal ergeben sich aus solchen Momenten diese Begegnungen, die für die Zukunft entscheidend sind. Ich bin mir sicher, dass sich mein Weg auch ohne dieses Ereignis positiv entwickelt hätte, aber für den heute bin ich mit der durch dieses Ereignis eingeschlagenen Richtung sehr zufrieden.

Also: Aufmerksam sein! Man weiß nie, wofür es gut ist.