Neooro 

In direkter Nähe zum Aachener Rathaus, am Markt 36, liegt der wundervolle Laden „Neooro“ von Ralf Schoenemann. Unter diesem Namen betreibt er seine „Liquidboutique“, die bei uns durch sein besonderes Shopdesign und seine hervorragende Kompetenz in der individuellen Beratung eines jeden Kunden aufgefallen ist.


neooro_zweiundich_13

 

Interview mit Ralf Schoenemann von Neooro

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Ralf Schoenemann, habe seit drei Jahren einen Wein- und Spirituosenladen in Aachen und habe damit mein Hobby zum Beruf gemacht. Ich kann meine Erfahrungen außerhalb von Weinen und Spirituosen hervorragend in mein Geschäft einbringen. Das heißt im Bezug auf Architektur und Grafikdesign, womit ich mich seit etwa 20 Jahren beschäftige, unter anderem in Verbindung mit meinem Architekturstudium hier in Aachen und meinen Erfahrungen im Designbereich durch Jobs in verschiedenen Unternehmen.

Wie würdest du dein Unternehmen beschreiben?

Beschreiben würde ich es als „Spezialist für handverlesene Produkte“. Wir wählen alle Produkte selber aus, probieren sie vorher und die besten schaffen es dann in unsere Regale – sozusagen als “handverlesene Produkte”.

Was macht für dich einen guten Wein aus?

Ein guter Wein muss in seinem Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis hervorragend sein. Vor allem aber muss er für uns immer überraschend sein. Das heißt, dass für uns auch ein Wein im Wert von 5 Euro diese Kriterien erfüllen muss, auch wenn solch ein Wein nicht einfach zu finden ist. Trotzdem haben wir gute Weine angefangen von 5 Euro im Angebot, bis hoch zu 40 Euro pro Flasche.

Wie gehst du mit Arbeit um?

Welche Arbeit? Arbeit muss in erster Linie Spaß machen. Wenn man mit dem Herzen dabei ist, fällt es einem sehr viel leichter. Dann ist es auch keine Arbeit mehr, sondern es macht einfach nur noch Spaß.

Was motiviert dich Wert auf gutes Design zu legen?

Design ist der erste Eindruck und mit Design kann man seinen eigenen Anspruch vermitteln. Man kommuniziert mit Design ohne zu sprechen „sofort zum Kunden“ und man vermittelt mit einem durchdachten Design auch, wie man selber denkt und tickt und welche Ansprüche man an seine eigenen Produkte stellt.

Was ist für Dich gutes Design?

Gutes Design muss passen. Es muss zur Umgebung passen, es muss zum Produkt passen und zur Tradition. Mit Tradition meine ich zum Beispiel bei Wein den Bezug zu Holz, welches traditionell bei den Transportkisten oder den Weinfässern selbst verwendet wird. Darum habe ich es auch beim Design des Ladens aufgegriffen, um einen haptischen und ehrlichen Bezug zu schaffen. Dabei ist es auch ok, wenn man den Zusammenhang vielleicht erst im zweiten Moment erkennt, aber es passt.

Was für ein Prozess war die Ausgestaltung der eigenen Unternehmensidentität für dich?

Es war sehr schwierig. Für sich selbst etwas zu machen ist glaube ich am schwierigsten. Man muss sich dabei vor allem einen eigenen Schlusspunkt setzen, denn beim eigenen Design ist es zumindest bei mir so, dass man immer weiter und weiter denkt und man es immer besser machen möchte. Da kann man sich auch relativ schnell in der Zeit verschätzen. Aber auch der entsprechende fachliche Hintergrund hinsichtlich des Wissens ist ein wichtiger Punkt. Design ist für mich wie reisen: Je mehr man sieht, desto mehr erlebt man – das inspiriert. Man muss sich einfach auf einem Blatt Papier notieren was man eigentlich erreichen möchte und dann in diese Richtung zielgerichtet arbeiten. Manchmal darf man nicht vergessen, dass weniger eigentlich mehr ist.

Unterscheidet sich dein Geschäft durch sein Design nachhaltig gegenüber den Mitbewerbern? 

Wir versuchen uns mit unserer gestrafften Produktgruppe und durch unser Design ein eigenes Image zu schaffen. Wir möchten damit unsere Kunden ansprechen und ihnen neben guten Produkte auch ein gutes Einkaufserlebnis bieten. Das ist unser Ziel.

Grenzt sich deine Zielgruppe durch dein Design ein?

Dass sich die Zielgruppe großartig durch das Design einschränkt, würde ich nicht sagen. Ich denke, wir sprechen durch das Design auch einige junge Leute an und haben somit ein gutes gemischtes Publikum. Ich freue mich über jeden Kunden der hereinkommt und Interesse hat. Meist ist es auch so, dass wir wirklich interessierte Menschen ansprechen, die gerne etwas über das Produkt erfahren möchten.

Könntest du dir ein anderes Design vorstellen?

Das ist eine gute Frage. Ich denke ja, klar. Ich bin zwar sehr zufrieden mit dem Design, aber man guckt ja immer nach links und rechts und ich würde sagen wenn wir jetzt wirklich noch einmal was ganz Neues entwickeln würden, dann sähe es sicherlich auch anders aus. Letztendlich aber immer mit der eigenen Signatur. Also man würde es wahrscheinlich wohl schon irgendwie wiedererkennen.

Würdest du anderen Unternehmen zu einem solchen Schritt raten?

Ja, unbedingt. Ich glaube Design ist auch erstmal die erste Visitenkarte. Es ist das Erste und Einzige was man zunächst nach außen zeigt und ich glaube, dass es schon sehr wichtig ist, in der Startphase und der Ausrichtung Wert auf Design zu legen.

Zu welchem Zeitpunkt würdest du anderen Unternehmern diesen Schritt empfehlen?

Ich würde erstmal empfehlen Erfahrungen zu sammeln und sich umzuschauen, was es alles gibt. Vielleicht sogar weltweit und dann erkennen in welche Richtung Trends gehen, bzw. in welche Richtung es generell in der jeweiligen Branche gehen könnte. Allerdings, wenn man sich selber nicht großartig mit Design beschäftig hat – also nicht mal durchgehend 5-6 Jahre – ist es glaube ich eher schwierig, alles komplett selber zu machen. Man sollte dann auch keine Angst, haben sich zum Beispiel einen guten Rat zu holen.

Wie machst du auf deine Unternehmung aufmerksam?

Werbung machen wir eigentlich sehr wenig. Das Wichtigste ist für uns durch Mund zu Mund Propaganda weitere Kunden zu gewinnen. Wir versuchen also durch unsere Produkte, durch Qualität, die man selber bietet, durch Service und durch die Beratung zu überzeugen. Die Empfehlung ist für uns die wichtigste Werbung, die es gibt.

Was planst du für die Zukunft?

Dieses Jahr kommen auf jeden Fall noch ein bis zwei weitere Produktkategorien hinzu, die jetzt aber erstmal noch eine Überraschung bleiben sollen. Außerdem werden wir noch ein paar kleinere Veränderungen am Shopdesign vornehmen, die mir zwischenzeitlich wieder in den Kopf gekommen sind.

Vielen Dank für deine Zeit und das tolle Interview.

Sehr gerne und vielen Dank.